Frische Kräuter: Ist der Anbau auch ohne Garten möglich ?
Ärgern Sie sich auch immer, wenn Sie für Ihre Familie oder Bekannten etwas schönes kochen möchten und im Rezept steht z.B. : " 3 Zweige
frisches Basilikum." Selten, eher fast nie gibt es eine Angabe darüber wie viel das dann in getrockneten Kräutern ist. Die gibt es ja fertig getrocknet in Tüten. Einige Kräuter in Töpfen werden heute in Supermärkten angeboten wie z.B. Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, zum Teil auch Oregano und Majoran. Meist lassen diese Topfkräuter nach 2-3 Tagen die Stängel hängen trotz sorgsamer Pflege. Manchmal auch schon nachdem man die Folie von den Töpfen entfernt hat. Das ist ebenfalls sehr ärgerlich
- ODER !
Wenn Sie doch einen Garten hätten, dann wären frische Kräuter ja kein Problem. Meist haben Sie aber keine Zeit oder der Anfahrtsweg ist zu weit.
Aber auch Nichtgartenbesitzer (sondern Balkonkönige) können frische Kräuter aus eigenem Anbau in Töpfen, Kübeln oder Balkonkästen für Ihre Küche beziehen.
Ja, Sie haben richtig gelesen. Wer sagt denn, das man auf dem Balkon nur Balkonblumen pflanzen muss. Warum muss ein Balkon dem anderen zum verwechseln ähnlich sehen ? Versuchen Sie es doch mal mit einer Mischung von wohlschmeckenden Kräutern und Ihren Lieblingsbalkonblumen. Ihr Nachbar wird staunen.
Die frischen Kräuter besitzen mehr Würzkraft als getrocknete. Außerdem kann man die meisten ohne Verluste einfrieren. Wenn sie trotzdem Kräuter trocknen wollen, sind die wenigstens aus eigenem Anbau. Frische Kräuter eignen sich auch zum Dekorieren von Speisen z.B. Borretschblüten, Dillblüten oder auch einfach das frische Kraut.
Vorbereitungen:
Zuerst sollten Sie sich überlegen, welche Kräuter Sie am häufigsten in Ihrer Küche verwenden. Vielleicht wollen Sie auch das eine oder andere neue Kräutlein mal aus probieren.
Als Standort ist ein windgeschützter Balkon bzw. ein Fenster im Südosten bis Südwesten ideal.
Sie können für die Kultivierung Ihre bewährten Balkonkästen benutzen und schöne Töpfe. Die Pflanzen mögen es gut feucht, aber ein guter Wasserablauf ist wichtig, um ein Faulen der Wurzeln zu verhindern. Abzugslöcher also mit Tonscherben abdecken und eine Drainage aus Kies oder Sand einfüllen. Anschließend mit humoser Gartenerde auffüllen. Nun kann man pflanzen. Möglichst mit Langzeitdünger düngen, dann braucht man die ganze Saison nicht mehr zu düngen. Flüssigdünger ist auch möglich. Dennoch sparsam damit umgehen, denn viele Kräuter brauchen nur wenig Dünger oder gar keinen.
Wenn Sie regelmäßig ernten brauchen Ihre Kräuter kaum Pflege. Gießen müssen Sie jedoch regelmäßig. Die Kräuter verlieren sonst an Aroma und Würzkraft.
Manche Kräuter brauchen Winterschutz, abdecken mit Reisig, Stroh oder Tannengrün sind wirksame Mittel gegen Winterkälte.
Liste der möglichen Kräuter
Basilikum *, Majoran, Boretsch, Dill, Koriander, Petersilie, Bohnenkraut *,
Rosmarin, Anis, Liebstöckel, Salbei *, Estragon, Thymian *, Waldmeister, Pimpinelle,
Lavendel, Kerbel, Fenchel, Kamille, Oregano, Lorbeer, Ysop, Wermut, Pfefferminze,
Johanniskraut, Zitronenmelisse*, Kümmel, Schnittlauch, Knoblauch, Hopfen (braucht eine Befestigung), Kresse*, Myrte, Minze*,
* in verschiedenen Arten und Sorten
Siehe Kräuterbeschreibungen
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